Film mit Bruce Willis zwischen „I, robot“ und der Online-Welt „Second Life“
Zum Inhalt:
In nicht allzu ferner Zukunft hat sich das Leben stark verändert: Durch die Straßen laufen keine Menschen mehr, sondern ihre Surrogates. Diese Maschinen vertreten die Menschen, die ihre „Surries“, wie sie beinahe liebevoll genannt werden, von zuhause aus steuern. Die Surrogates sehen dabei aus wie die Idealversion ihres Besitzers – alterslos, ohne Falten, schlank. Diese Entwicklung hat zur Folge, dass es keine Morde und kaum andere Straftaten mehr gibt.
Dies ändert sich, als ein Surrogates-Pärchen vor einem Club herummacht und von einem Motorradfahrer mit einer unbekannten Waffe erschossen wird. Zuerst wird von Vandalismus ausgegangen, doch beim Besuch der Surrogate-Besitzer stoßen die Ermittler auf die Leichen der Operator. Sie sind zusammen mit ihren Ersatz-Ichs gestorben. Weitere Brisanz kommt auf, als klar wird, dass einer der Toten ausgerechnet der Sohn des Surrogates-Erfinders isr. Den Fall übernehmen Tom Greer (Bruce Willis) und seine Kollegin Peters (Radha Mitchell), die natürlich nicht persönlich der Sache nachgehen, sondern ihre Surrogates von daheim aus lenken. Die Identität des Motorradfahrers ist schnell ausgemacht: Strickland gehört zum so genannten Widerstand, eine Gruppe, die ohne Surrogates lebt. Greers Surrogate wird bei der Verfolgung Stricklands unschädlich gemacht, weshalb sich Greer – sichtlich angeschlagen und irritiert – von nun an selbst auf die Straße begibt. Im Laufe der Zeit kommt er einer Verschwörung auf die Spur, wodurch nicht nur Greers Leben in Gefahr gerät...
Zum Film:
Im Film „Surrogates“, der auf einer Comicreihe von Robert Venditti und Brett Wedele basiert, gibt Bruce Willis den zerrissenen Actionheld in einem Science-Fiction-Setting. Sichtlich gezeichnet ist Greer von einem Leben, an dem er nur über eine Maschine teilnimmt. Auch seine sozialen Kontakte finden nur über den Umweg „Surrie“ statt – selbst seine Frau verlässt ihr Zimmer so gut wie nie und begegnet Greer nur in Form einer ihr ähnelnden Maschine. Diese Ausgangsposition gibt viel Raum für Action, interessante Wendungen und Gesellschaftskritik. So fängt „Surrogates“ auch mit einem Intro im Doku-Stil an, in dem die Entwicklung der Gesellschaft gezeigt wird und einige Fragen, wie zum Beispiel zum Thema Fortpflanzung, angerissen werden. Der Rest des Films ist allerdings eher gradlinig erzählt.
Zur DVD:
Die Extras der DVD sind sehr übersichtlich ausgefallen: Es gibt einen Audiokommentar von Regisseur Jonathan Mostow sowie das Musikvideo von Breaking Benjamin zu „I will not bow“.
Fazit:
„Surrogates“ punktet vor allem durch seine Optik. Wie die Schauspieler dank Make-up und Special Effects quasi zu optimierten Versionen ihrer Selbst gemacht wurden, ist durchaus bemerkenswert. Stark auch das Intro des Films, durch das man schnell ins Geschehen findet. Die darin aufgeworfenen Fragen werden dann allerdings kaum noch behandelt. Vielmehr entwickelt sich ein gradliniger Krimi mit Verschwörungshintergrund und einem Bruce Willis, der (erneut) den gebrochenen Helden souverän spielt. Somit wurde der Spielraum der Handlung nicht voll ausgeschöpft, wodurch sich „Surrogates“ nicht von ähnlichen Filmen wie „I, robot“ oder auch „Minority Report“ abheben kann. Doch trotz verschenktem Potenzial ist „Surrogates“ sehenswert. |