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Wanda Jackson
live in Concert
 
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27. April 2008
Blues Garage · Isernhagen
[Prakt.|jl]
 
Ganz Germanien ist besetzt mit vermeintlichen Superstars, gecasteten Boy- und Girl-Groups sowie sonstigem musikalischem Sondermüll aus dem Computer. Ganz Germanien?... Nein!
Die kleine Bluesgarage im Industriegebiet Isernhagen bei Hannover leistet den lästigen Eindringlingen in den Gehörgängen Widerstand. Hier gibt es handgemachten Blues, Rock, Funk und Soul und sagenumwobene Konzertbesetzungslisten. Hier kann man so manchen Künstler in gemütlicher Club-Atmosphäre erleben, den man in den 70er Jahren aus 200 Metern Entfernung im Stadion bewundern musste.

Wanda Jackson, Jahrgang 1937, ist seit 1955 als „Rockabilly Queen“ auf den Bühnen dieser Welt anzutreffen und hätte diesen Titel mehr als ihre männlichen Kollegen verdient. Zumal viele der Innovatoren des Rock and Roll entweder bereits das Zeitliche gesegnet haben oder sich im verdienten Ruhestand befinden. Zur Gruppe der verblichenen Gründungsväter gehört „King“ Elvis Presley, der – so will es die Legendenbildung – während einer gemeinsamen Tournee Wanda Jackson dazu überredet haben soll, die brave Country-Music zu Gunsten des damals aufrührerischen Rockabilly aufzugeben.
Ihre letzte inländische Renaissance erlebte die Ausnahmestimme des frühen Rock and Roll durch die Verbreitung ihres größten Hits „Let`s Have A Party“ mit der Werbung für eine bekannte deutsche Biermarke.
Wie die Vorworte erkennen lassen, war das Konzert in der Bluesgarage am 27.04.2008 eine einmalige Chance, Ursachenforschung für Legendenbildungen zu betreiben. Natürlich waren ihre weltweit größten Hits „Right Or Wrong“, „Mean Mean Man“ sowie “I Gotta Know” vertreten. Die heutzutage etwas gruselig anmutende Schlagerschnulze “Santa Domingo” wurde witzigerweise in der auch in deutscher Sprache aufgenommenen Version dargeboten (auf CD zu finden, in der wie üblich hervorragend editierten 8- CD-Box „Tears Will Be The Chaser For Your Wine“). Ebenfalls in deutscher Sprache, wurde der Schlagerklassiker „Du Kannst Nicht Treu Sein“ vorgetragen.
Höhepunkt des Abends war erwartungsgemäß ihre Version von „Let`s Have A Party“. Und bereits vorab stellte sich die Frage: Kriegt Wanda Jackson auch im fortgeschrittenen Alter diese geile Reibeisenstimme hin, auf die sie mindestens 10 Jahre lang ein Monopol hatte, bis Janis Joplin ihrer Stimme ähnliche Klänge entlockte?
Ja…sie kriegt es hin!
Frenetisch bejubelt von den Besuchern der gut gefüllten Blues Garage, schloss sich Jerry Lee Lewis` „Whole `lotta Shakin`Goin`On“ sowie eine Reprise von „Let`Have A Party“ zum Abschluss des Konzertes an. „God save the Queen!“ Möge die Regentschaft Ihrer Majestät noch lange währen.